Geschichte

Das Kinderhaus an der Spervogelstraße ist eine der ältesten Elterninitiativen in München. Die Gründer sind längst schon Oma und Opa. Einige der jetzigen Eltern waren noch nicht einmal geboren, als das Kinderhaus 1976 gegründet wurde.

Ende der 60er Jahre begann die Vorgeschichte des Kinderhauses, als sich engagierte Mütter und Väter für eine nicht autoritäre Kindererziehung entschieden. Die räumlichen Vorgänger waren private Krippen- und Kindergartengruppen. Das erste eigene Haus befand sich in der Destouchesstraße, der Verein "Kinderhaus an der Destouchesstraße e.V." wurde 1976 gegründet. Ende 1978 zog das Kinderhaus in die Spervogelstraße 12.

In der Geschichte der Münchner Elterninitiativen spielte das Kinderhaus eine innovative Rolle: Eltern und Bezugspersonen entwickelten ein altersübergreifendes Konzept für die Kinderbetreuung. Mit ihrem politischen Engagement brachten sie die Ganztagesbetreuung kleinster Kinder vielen Menschen nahe und förderten die gesellschaftliche Akzeptanz des Konzeptes. Mittlerweile ist das Kinderhaus eine anerkannte Einrichtung und wird von öffentlichen Stellen mitgetragen und mitfinanziert. Das Ziel bleibt, das Kinderhaus mit seinem pädagogischen Konzept und seinen Möglichkeiten für alternative Lebensentwürfe weiterzuentwickeln. Über die Jahre hat das Kinderhaus eine beachtliche Zahl von Kindern und Eltern in die Schule entlassen. Es war Lern-, Arbeits- und Lebensstätte von Erziehern, Kinderpflegern, Sozialpädagogen und Zivildienstleistenden. Und ein idealer Platz zum Leben für Eltern und Kinder.

Das Kinderhaus hat immer wieder auf sich aufmerksam gemacht - durch Tagungen, eine Zukunftswerkstatt und durch Preise. So erhielt der Verein 1990 den Preis der Karl-Kübel-Stiftung als eine der besten Initiativen in Deutschland. 2006 verlieh die bayerische Landtagsfraktion der Grünen den "Grünen Doktorhut".

Stimmen aus der Vergangenheit:
"In der damaligen Zeit ging es wirklich darum, aus dieser traditionellen, repressiven, unterdrückenden, deutschen, auf Ordnung, Sauberkeit, Analzwänge ausgerichteten Erziehung rauszukommen. Das war unser Ziel, das stand im Mittelpunkt." Ben Bachmair, bis 1978 mit Dominik im Kinderhaus, heute Kinderhausopa von Sophia (bis 2003) .

"Wir wollen, dass unsere Kinder Autoritäten hinterfragen, dass unsere Kinder eine Ordnung entwickeln, die ihnen entspricht und die nicht staatstragend oder sonst was ist. Das war die Auseinandersetzung: anti autoritär." Hannes Lachenmair, 1979 bis 1983 Erzieher und bis 1985 mit Judith im Kinderhaus.

"Man hat soviel Selbstvertrauen gekriegt und damit gehst du in die Welt. Das hier ist eine eigene Welt und du kriegst das von außen gar nicht so mit. Aber wenn du dann in die Schule gehst, habe ich gemerkt, dass ich schon eher sozial veranlagt war, mehr als die anderen in der Klasse, die nicht im Kinderhaus waren." Katrin Hollinger bis 1989 im Kinderhaus, 2001 Praktikantin.

"Für die Kinder sind die wichtigsten Eigenschaften des Kinderhauses noch die gleichen wie ganz am Anfang des Kinderhauses. Vor allem entstehen dort Gemeinschaften. Uns Kinder von damals verbindet eine so tiefe gemeinsame Erfahrung, dass wir auch heute noch Kontakt haben und einige Freundschaften immer noch bestehen. Die gemeinsamen Erfahrungen aus den ersten Lebensjahren strahlen bis heute durch." Dominik Bachmair, bis 1978 im Kinderhaus, von 1998 -2003 mit Sophia im Kinderhaus.
Interesse an Plätzen für Kinder geb. zw. 1.4.2008 und 31.3.2012? Bitte anrufen!
Samstag, 14. Juli 2012: Sommerfest!