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TagesablaufIm Kinderhaus wird großen Wert auf den individuellen Rhythmus gelegt: Er bestimmt das Tempo, in dem die Kinder Ziele und Fähigkeiten erlernen. Es gibt keine strikten Zeitpläne und keine Einteilung in Frei- und Lernspielen. Die Kinder bestimmen Spielgefährten, Art, Dauer und Material ihrer Spiele weitgehend selbst. Somit sind die Spiele nicht auf Teilziele des sozialen, musischen oder kognitiven Lernens ausgerichtet, sondern gehen von einer konkreten Alltagssituation und von den Bedürfnissen der Kinder aus. Team und Eltern passen sich der Situation an und ermöglichen pädagogische Anregungen und neue Ideen, zum Beispiel bei offenen Aktionen und Projekten.Die Kinder kommen zwischen 7.45 und 10 Uhr ins Kinderhaus. Bis 10 Uhr können sie frühstücken. Bis zum Mittagessen um 12 Uhr gestalten die Kinder und die Bezugspersonen ihre Zeit. Nach dem Mittagessen ist für die Ein- und Zweijährigen - bei Bedarf auch für ältere Kinder - Schlafenszeit. Die anderen Kinder setzen ihre Spiele fort oder beginnen neue. Von 15.30 Uhr bis 16 Uhr räumen die Dreijährigen und die Kindergartenkinder mit ihren Bezugspersonen die Räume und den Garten auf. Um 16 Uhr ist Brotzeit. Von 16.30 Uhr bis 17 Uhr werden die Kinder abgeholt. Erfahrungssplitter: "Das ist das eine: Den Kindern den Freiraum zu lassen. Aber das heißt ja nicht, dass sich die Erzieher da rausnehmen. Die Struktur dieses Freiraums erfordert viel Sensibilität, da muss man schauen, beispielsweise welche Kinder ein bisschen mehr brauchen, da braucht es sensible Leute, die dieses Freiraum nicht besetzen, sondern ihn fördern, ihn strukturieren." Ben Bachmair, bis 1978 mit Dominik im Kinderhaus, heute Kinderhausopa von Sophia (bis 2003). "Die Kinder laufen lassen, heißt nicht die Kinder alleine lassen. Was für die Persönlichkeitsentwicklung ganz wichtig ist, ist die Auseinandersetzung mit dir als Erwachsener. Aber die Anwesenheit von Erwachsenen heißt nicht, dass sie definieren und dominieren." Hannes Lachenmair, 1979 bis 1983 Erzieher und bis 1985 mit Judith im Kinderhaus. "Alles, was Kinder machen, hat Sinn. Deshalb soll man Kinder machen lassen. Dieser Satz ist für mich Kinderhaus." Andrea Messerschmid, von 1999 bis 2004 mit Leonie im Kinderhaus. "Selbst wenn sich ein Mädchen mädchentypisch verhält, sich leicht fürchtet, herumheult und so weiter, musst du es erst mal akzeptieren, wie es ist. Da kannst du noch so viele Ideen vom starken Mädchen haben. Aber ein Kind ist nur dann stark, wenn es so akzeptiert wird, wie es ist - mit allen Schwächen und Stärken, die es hat. Das gilt natürlich in gleicher Weise für jungentypisches unsympathisches Herumgeprotze." Pezi Novi, bis 2004 mit Lea und Emma im Kinderhaus, seit 2000 Bezugsperson. ![]()
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