Konzept

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Auszug aus dem Konzept:

Von der Neugier und vom Wollen

Kinder sind von sich aus neugierig und möchten die Welt um sich herum mit allen Sinnen erfahren, verstehen und aktiv mitgestalten. Unterschiedliche Situationen und hinzugewonnenen Fähigkeiten schaffen immer wieder neue Zugänge zu anderen Menschen, den Dingen und auch zu sich selbst. Zahlreiche, lebensbejahende Erfahrungen bieten die Chance für ein eigenverantwortliches und kreatives Leben und stellen die Basis für die Übernahme von Verantwortung gegenüber anderen.
Dabei sollen Kinder keine Objekte pädagogischen Formens sein, sondern Subjekte eigener Erfahrung. Sie werden als aktiv handelnde Personen gesehen, die sich mit ihrer Umwelt ständig auseinandersetzen. Das heißt, auch Kinder werden als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen, anerkannt und akzeptiert. Sie beteiligen sich aktiv am Bildungsprozess.

Mitwirkung und Gemeinschaft

Das Kinderhaus ist in einer Zeit entstanden, in der intensiv nach neuen Wohn- und Lebensformen gesucht wurde. Die Erwachsenen wollen auch heute noch für sich und ihre Kinder eine Erweiterung des Privaten und eine Alternative zu den bestehenden Betreuungseinrichtungen. Eltern des Kinderhauses wünschen sich für ihre Kinder die Gemeinschaft mit anderen und eine freiere Erziehung. Der Selbstverwaltungscharakter des Kinderhauses fordert, im Vergleich zu städtischen Einrichtungen ein höheres Maß an zeitlichem Aufwand und persönlichem Einsatz. Für die Mitgestaltung und Mitbestimmung sind die Eltern bereit, die besonderen Anforderungen einer Elterninitiative auf sich zu nehmen.
Das Kinderhaus bietet die Möglichkeit die in einer Kleinfamilie bestehenden Beziehungen zu erweitern. Im Kinderhaus basiert ein wesentlicher Teil der familienerweiternden Funktion auf der Mitwirkung und dem "Dabeisein" der Eltern. Dies kann eine weitgehende Aufhebung der Trennung zwischen Elternhaus und dem Kinderhaus als Kindertagesstätte bedeuten. Erwachsene und Kinder bauen über die Familiengrenzen und den privaten Bereich hinweg vielfältige, kontinuierliche, emotionale Beziehungen auf. Das Kinderhaus kann als erweiterter Lebensraum der gesamten Familie gesehen werden.
Dies fordert von allen Beteiligten die Bereitschaft, das eigene Verhalten und Handeln, sowie die individuellen Ansprüche und Ideale in kontinuierlichen Auseinandersetzungen eigenverantwortlich zu hinterfragen.
Dadurch wirkt das Kinderhaus politisch und versucht, die Ideale zu leben, wobei diese erhalten und weiterentwickelt werden: Das Kinderhaus soll Ort der Auseinandersetzung für gesellschaftspolitische Themen sein, die im Zusammenhang mit dem Eltern- und Kindsein stehen. Dazu gehört eine interkulturelle Sichtweise der Eltern. Damit wird das Überwinden des ethnozentristischen Weltbildes, der Abbau von Nationalismen und das Einfühlen in die Welt Anderer verstanden. Faschistische Tendenzen werden im Kinderhaus nicht toleriert, sondern es wird vielmehr ein weltoffener und multikultureller Umgang gepflegt. Im Kinderhaus wird Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gelebt. Im Alltag des Kinderhauses bedeutet das u. a., dass Mütter wie Väter gleichermaßen am Kinderhausleben teilhaben. Prävention gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch ist wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Interesse an Plätzen für Kinder geb. zw. 1.4.2008 und 31.3.2012? Bitte anrufen!